Damit diese Effekte erzielt werden können, liefert wirksame Sexualaufklärung alters- und entwicklungsadäquate Informationen, die sich neben wissenschaftlicher Evidenz auch an der Lebenswelt der jeweiligen Zielgruppe orientieren. Diese Informationen müssen daher sachlich korrekt, verständlich, zugänglich und nutzbar aufbereitet sein, damit sie von den jeweiligen Zielgruppen angenommen und in ihren Alltag integriert werden können.
Die Hochschule Luzern stellt mit dem Projekt herzfroh 2.0 einen Beitrag zur adressat:innengerechten Entwicklung von Gesundheitsinformationen bereit. Gemeinsam mit dem deutschen Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG) werden barrierearme Materialien der Sexualaufklärung für Jugendliche und junge Erwachsene mit Lernschwierigkeiten erarbeitet und der Praxis zur Verfügung gestellt. Die Materialien sind in einem partizipativen Prozess unter Einbezug der Adressat:innengruppe und Fachkräften in Bildung und Betreuung realisiert.
Aktuell stehen sechs Themen-Hefte zu «Freundschaft und Liebe», «Körper und Pubertät», «Verhütung», «Vielfalt», «Sexualität» und «Grenzen» sowie ein digitales Spiel mit dem Titel «Das erste Date» und eine Website bereit. Zusätzlich unterstützt eine pädagogische Handreichung Fachkräfte in Bildung und Betreuung schulisch wie ausserschulisch beim Einsatz dieser Materialien.
herzfroh 2.0 ist ein Beitrag zur gesundheitlichen Chancengerechtigkeit und sozialen Teilhabe junger Menschen mit Lernschwierigkeiten, wie ihn die Behindertenrechtskonvention einfordert. Diese Zielgruppe erhält dadurch Zugang zu qualitativ hochwertiger Sexualaufklärung, unabhängig von Dritten oder mit selbst gewählter Assistenz. Nicht zuletzt wird damit auch ihr Recht auf Schutz der Privatsphäre im Umgang mit intimen Themen gewährleistet.
Wen die älteren «herzfroh»-Materialien für Erwachsene mit kognitiven Beeinträchtigungen von Aiha Zemp interessieren: Diese können nach wie vor bezogen werden, über Barbara Hofmann Witschi. Hier geht es zur Bestellliste.
Bild: Diego Balli, Stans